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Fr. 29.09. 20:30 Uhr
Schalke Schalke Leverkusen Leverkusen

 

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2017 Thessaloniki S04 02Da war sie wieder, die gute alte Losfee und bescherte uns im 16tel-Finale des Europapokals tatsachsächlich die gute alte griechische Bekanntschaft aus dem CL-Quali-Spiel im August 2013 namens PAOK Saloniki. Historische Streitigkeiten um die Region Mazedonien zwischen der Nation Mazedonien und dem Norden Griechenlands sowie die Fanfreundschaft zwischen Gelsenkirchener Ultras und Fans von Vardar Skopje aus Mazedonien waren die Zutaten für die Vorkommnisse im Jahr 2013, als eine Fahne der befreundeten Mazedonier die Gästefans aus Saloniki derart „provozierte“, dass eine Hundertschaft deutscher Polizisten die Fahne erkämpfen musste und dabei 89 Schalker verletzte.

Doch genug zu solch alten Kamellen, am Tag der Auslosung schloss sich schnell eine 6-köpfige Reisegruppe Blauer Knappen zusammen und wir buchten direkt einen Flug, um den bestmöglichen Preis zu ergattern. 55,-€ Hin- und Rückflug ab Berlin konnte sich als Ergebnis sehen lassen. Den Abflugsort im Blick, nutzten wir die optimale Zugverbindung von Rheine nach Berlin und den Dienstagabend in der Hauptstadt für unseren ersten Reisetag. Gegen Nachmittag ging es für 04 Schalker in den Zug, nachdem Döner einen späteren Zug aufgrund der Arbeit nehmen musste und auch Oorti kurzfristig das Veto vom Chef bekam. Nachdem die ersten Dosen Veltins verzehrt waren, kamen wir gegen Abend in der Hauptstadt an und checkten mal eben in unsere Absteige ein, bevor wir vorher ausgewählte Lokalitäten für Speis und Trank aufsuchten. Auch Döner kam ca. 2 Stunden nach uns an, obwohl er erst noch einige hundert Meter in Richtung Vermutung lief. Letztlich konnten wir unseren verlorenen Sohn aber dann doch noch auffinden. So hatte man einen feinen Abend in Berlin und verbrachte die Nacht auf unserem Hotelb(r)ett. Am nächsten Morgen ging es per Direktverbindung mit dem Zug zum Flughafen Berlin-Schönefeld, um dort mit einigen anderen Schalkern in den Ryanair-Flieger nach Thessaloniki zu steigen. In Griechenland angekommen, nutzten wir den im Vorfeld recherchierten Bus Richtung Stadtzentrum für 2,-€. In 40 Min Fahrt konnten erste wertvolle Informationen von Einheimischen gesammelt werden, natürlich immer mit den Worten „Football? No. We are just visiting Thessaloniki!“, um entgegen vieler anderer Schalker auf die Warnungen der Fanbelange zu hören. Von der Bushaltestelle waren es knapp 1km zu unserem Hotel, welches im Norden des Stadtzentrums lag und im Gegensatz zu der doch recht abgewrackten Stadt einen guten Eindruck abgab. Dennoch stellte Nora zu unser aller Verwunderung schnell fest, in Thessaloniki gebe es weitaus weniger Graffiti als in Berlin (die ganze Stadt war voller Schmierereien). Die Koffer abgelegt, machten wir uns auf, die erste Stärkung in Form einer verdammt guten Gyros Pita einzunehmen und dann in Richtung der Burg zu wandern. Diese erschien uns dann nach halber Strecke und 30 Minuten teils steiler Anstiegen (im Schalker Mund auch „Felix-Magath-Allee“ genannt) allerdings doch etwas weit entfernt und wir begannen stattdessen, eine kleinere Stadttour mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und dem ein oder anderen Bierchen zu machen. Zu unserer Überraschung trafen wir mitten in einer griechischen Kneipe Dennis, der bereits die ein oder andere Bustour mit unserem Fanclub machte und sich daraufhin vielen unserer Aktivitäten anschloss. Gegen Abend nutzten wir wieder einen der im Bus gesammelten Tipps und ich führte uns in das Viertel „Valaoritou“, welches fast ausschließlich aus einheimischen Restaurants und Kneipen in schmalen Gassen bestand. Ein passendes Lokal war schnell gefunden und wir trauten unseren Augen nicht, als wir die einzigen englischen Speisekarten in Empfang nahmen: Kein Gericht über 6-7€, dazu günstiges Fassbier und Ouzo, obwohl die auf den Nachbartischen erblickten Teller mit normalen bis großen Portionen gefüllt waren. So bestellten wir uns üppige Vorspeisen sowie Hauptgericht samt großer Getränkeauswahl und wurden mit gutem mediterranen Essen belohnt. Pro Person zahlten wir letztlich gut 12€ und Döner sprach noch Tage später davon, wie zart sein Fleisch vom Knochen fiel. Rundum ein gelungener erster Tag.

Tags darauf wurde es dann spannend, sollte für uns das berüchtigte Spiel anstehen. Doch zunächst verbrachten wir samt Dennis den Tag mit weiterer Erkundung Thessalonikis. Vom Aristoteles Platz ging es bei trübem Wetter entlang der Promenade zum Weißen Turm, vor dem zunächst ein Foto geschossen wurde. Leider war der Turm aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen am Donnerstag nicht zur Besichtigung freigegeben und wir wichen stattdessen auf eine „Boat Bar“ aus, ein Schiff, welches zur fast kostenlosen Rundfahrt entlang der Hafenpromenade Thessalonikis einlud. Einzige Bedingung war es, ein (teures) Getränk auf dem Boot zu verzehren, was für uns ja kein Problem darstelle. Insgesamt war das Angebot sehr fair und lohnte sich allemal. Im Anschluss daran erkundeten wir die Umgebung des weißen Turms, um ein passendes Plätzchen für die Zeit vor dem vorgeschriebenen Fantreff und danach zu finden. Zudem wurde erneut griechisches Gyros, begleitet von Pils oder griechischem Wein, verzehrt - für einen akzeptablen Kurs. Sehr lecker. Einige Biere in verschiedenen Lokalitäten später, fanden wir uns wieder am Aristoteles Platz ein, welcher bei mittlerweile passendem Wetter und Dosenbier zum Verweilen einlud. Außerdem war Karneval in der Stadt und vor den einheimischen Lokalitäten wurden auf beinahe allen Straßen die Grills angeschmissen. Ein interessantes Bild für „Touristen“ wie uns. Weitere abstrakte Einblicke gewährte uns der „Mediano Markt“, auf welchem neben Gemüse und Gewürzen auch rohes Fleisch und Fisch Zentimeter neben den durchströmenden Menschenmassen gehandelt wurde. Schon beeindruckend, was wir auf solchen Touren immer wieder erleben dürfen! Die weitere Zeit verbrachten wir in diversen Cafés und Kneipen, die vorher mal wieder den Google-Check bestanden und landeten wir schnell in unserer letzten Anlaufstelle vor dem Abendprogramm. Im „The Hoppy Pub“, einer kleinen Craftbeer-Kneipe mit 12 Sorten Bier vom Fass, erlebten wir eines meiner persönlichen Reisehighlights: Zwar machte die Bar einen guten Eindruck, jedoch wurden wir wie üblich schnell vom Barkeeper gefragt, ob wir wegen des Matches in Thessaloniki wären. Außerdem ergänzte er seine Nachfrage direkt mit der Aussage, er hätte nämlich keine Lust auf den Stress, der hier wegen des Fußballs in der Stadt wäre und hätte schon einige Schalker aus der Bar geworfen. Um diesem Schicksal zu entgehen, erzählte ich dem Barkeeper diesmal, dass wir Touristen aus dem niederländischen Utrecht seien, die lediglich die Stadt sehen wollten und wir mit Fußball nichts am Hut hätten. Um unsere Story aufrecht zu erhalten, quatschte ich minutenlang mit dem Besitzer über die Unterschiede zwischen dem flachen Holland und dem teilweise auf einer Erhöhung gebautem Thessaloniki sowie über holländische Biersorten und unsere bisherigen Besichtigungen in der griechischen Stadt. Außerdem ließ ich mir den Kontext des anstehenden Fußballspiels mit den dazugehörigen Spannungen zwischen den Fanlagern erläutern. So lernte ich, dass man mit den PAOK Fans nicht spaßen sollte und es keine gute Idee der Schalker war, „PAOK zu provozieren“. Um unsere Show auf die Spitze zu treiben, jubelten wir bei der Mannschaftsvorstellung vom S04, als das Trikot von Klaas-Jan Huntelaar eingeblendet wurde und riefen „Huntelaar! Huntelaar! The only good plaer of this team! Netherlands!“. Die griechischen Gäste sowie der Besitzer nahmen uns das Schauspiel ab, der Besitzer schenkte uns ein Shirt der Bar und schwärmte von einem möglichen Treffen in Utrecht. Vom Hoppy Pub achten wir uns direkt zum Treffpunkt auf, allerdings 1 Stunde später als offiziell „vorgeschrieben“. Am Treffpunkt wurden zwei Polizeibusse V-förmig so aufgestellt, dass immer nur ein Schalker durch die Lücke treten konnte und direkt durchsucht wurde. Bei mir waren es geschlagene drei(!) Durchsuchungen, bevor wir in einen der Busse einsteigen konnten, welche zu unserer Überraschung vernünftige Reisebusse waren. Im Bus trafen wir dann auch auf die Reisegruppe von Schlamacco Lingen, die den gesamten Bus unterhielten. Im Bus selbst, durften wir zunächst 30 Minuten auf die Abfahrt warten, da erst 4 weitere Busse beladen wurden, bevor in einer 50 Minuten dauernden Abenteuerfahrt durch das halbe Stadtgebiet Thessalonikis die Strecke von ursprünglich 2 km zum Toumba-Stadion zurückgelegt wurde. Am Stadion angekommen, hieß es dann zunächst einmal warten. Und warten. Warten, bis jeder Bus vor uns einzeln geleert und die Insassen durchsucht wurden. Als auch wir an der Reihe waren, kam ein Fanbeauftragter von Schalke 04 in den Bus und gab uns die Empfehlung, Kleingeld und Feuerzeuge in der Unterwäsche zu verstecken, solange wir es nicht abgeben wollten, da den ersten Schalkern reihenweise das Kleingeld unter dem Vorwand, es könne auf Spieler geworfen werden, abgenommen wurde. Dass beim Verpflegungsverkauf im Block dann allerdings Kleingeld zurückgegeben wurde, zeigt die Ironie dieser Maßnahme. Im Stadion selbst wurden wir Augenzeugen von Zuständen (besonders bezüglich der Toiletten), wie es sie in westeuropäischen Stadion wohl nie gegeben hat. Geschlechtergemeinsame Toiletten, die aus Löchern im Boden bestanden. Das Spiel verlief optimal für den S04, der einer unglaublichen Atmosphäre, zumindest bis zum 0-1, trotzte und das Spiel mit 0-3 für sich entschied und damit fast schon das Achtelfinale klarmachte. Über die arg nationalistischen und deutschlandbeleidigenden Transparente in den Kurven der Heimfans habt ihr sicherlich bereits genug gelesen, allerdings ein Witz, dass solche Dinge zugelassen sind, während die ganzen Vorkommnisse aus 2013 durch eine Freundschaftsfahne ausgelöst wurden. Naja, nach dem Spiel hieß es für uns dann noch, eine 1,5 stündige Blocksperre auszuharren bei Temperaturen knapp über 0° Celsius, bevor wir wieder in die Busse gesetzt wurden, um erneut knapp eine Stunde zurück in die Stadt zu fahren. Zudem wurden wir nicht wie gedacht am weißen Turm aus den Bussen gelassen, sondern mitten in der Stadt nahe des Aristoteles Platzes und des Viertels, in dem wir abends zuvor essen waren. Für uns kam diese Endstation allerdings sehr gelegen, da wir uns schnell zurechtfanden und nach nur 8 Minuten Fußweg im Hotel waren, wollten wir alle doch nur noch ins Bett und etwas Flüssigkeit zu uns nehmen. So kamen wir gegen 3.00 Uhr Ortszeit wieder im Hotelbett an und verbrachten eine kurze, letzte Nacht in Thessaloniki.

Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig gegen 9.30 Uhr nach dem Frühstück im Hotel für nicht zu schlagene 5€ p.P. per Taxi zum Flughafen auf. Am Flughafen trafen wir noch auf die Mannschaft und konnten einige Schnappschüsse ergattern, bevor wir um 12 wieder Richtung Berlin-Schönefeld abhoben. Nach einem entspannten Flug, auf dem es sich ein Mitglied unserer Reisegruppe jedoch nicht nehmen lassen konnte, die sanitären Einrichtungen des Fliegers in einer ausgiebigen Sitzung zu testen, landeten wir in Schönefeld, wo wir unter größter Eile Döners ganz entspannt die nächste Regio zum Hauptbahnhof nahmen, um uns dort mit Nahrung und flüssiger Verpflegung für die Rückfahrt auszustatten. So konnten wir die problemlose, lediglich 4 Stunden andauernde Rückreise nach Salzbergen antreten und die Tour noch einmal Revue passieren lassen. In Salzbergen angekommen, wollten wir 5 dann alle ins Bett und freuen uns, auf die nächste Tour.

In diesem Sinne!
Glück Auf

Jannik