Bitte habt Verständnis dafür, dass aus Kostengründen Tickets nur in Verbindung mit der Busfahrt abgegeben werden können.

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tickets 50

Last-Minute-Tickets

 

So. 19.11. 15:30 Uhr
Schalke Schalke Hamburg Hamburg

 

Abfahrt Spelle 11:30 Uhr, Warburg 12:00 Uhr ; Venhaus 12:10 Uhr

einige freie Busplätze !

 

Sa. 02.12. 18:30 Uhr
Schalke Schalke Köln Köln

 

Abfahrt Spelle 14:30 Uhr, Warburg 15:00 Uhr ; Venhaus 15:10 Uhr

2 Sitzer Block S1 nebeneinander a. 42,50 €

2 Sitzer Block S1 nebeneinander a. 27,00 €

 

 

1 Sitzer Block 30 / 37 €

Stehplätze Nordkurve 17,50 € plus Busfahrt

 

 Mi. 13.12. 20:30 Uhr

Schalke Augsburg Augsburg

Abfahrt Spelle 16:30 Uhr, Warburg 17:00 Uhr ; Venhaus 17:10 Uhr

2 Sitzer Block S1 nebeneinander a. 42,50 €

2 Sitzer Block 67 nebeneinander a. 27,00 €

20 Stehplätze Nordkurve plus Busplatz !!

 

 

 

 

Zwischenrunde in der Europa League. Nachdem bereits in Prag, Nikosia und Tripoli mindestens 1x Blaue Knappen anwesend waren, ging es an die Auslosung der nächsten Runde. Wie gebannt warteten alle auf das nächste Reiseziel, von denen eins ums andere mehr versprach: Rom, Bilbao, Istanbul oder auch im Norden nach Dänemark - die Touren waren so gut wie geplant.

Doch was uns die Losfee dann bescherte, hatten wir alle befürchtet. Shaktjor Doneszk. Ukraine. Krisengebiet nahe der Krim. Innerhalb weniger Minuten waren alle Reisefreudigen abgesprungen und ich machte mich als Einziger auf die Spuren der Eurofighter 1997. Das Spiel fand aufgrund der politischen Verhältnisse im 900km westlich gelegenen Lemberg statt.
2016 doneszk s04 01Naja, so einer Reise kann man wenigstens eine GEile Tour mit anderen Freunden vom Fußball abgewinnen. So machten wir uns per 2016 doneszk s04 02Bus mit 47 Mann am Mittwoch Abend, den 17.02.16 auf Richtung Ostblock. Im Grunde verlief die Fahrt recht unspektakulär bei leckeren Frikkas und Schnitzel im Brötchen sowie Kaltgetränke jeglicher Art - meist alkoholisch. Bei üblicher Druckbetankung schauten wir "Fussball ist unser Leben", "Wolfgang Petry live auf Schalke 1998" und "Highlights aus 100 Schalker Jahren". Wie könnte eine Fahrt besser verlaufen? Nach guten Gesprächen und einigen unbequemen Stunden Schlaf wurden wir am Morgen zur Frühstückspause mit belegten Brötchen geweckt, ehe es an die polnisch-ukrainische Grenze ging: Zustände, die ihres Gleichen suchen. Der vorgeschriebene Reisepass wurde an beiden Grenzen je zwei Mal von den gut ausgerüsteten Zollbeamten eingesammelt und außerhalb des Busses kontrolliert und der ukrainisch und polnisch sprechende Busfahrer wurde zum Verhör in den Keller "eingeladen". Nach einigen Scheinen Schmiergeld  (Hin- und Rückfahrt ca 150€) durften dann glücklicherweise alle Passagiere samt Alkohol in die Ukraine eingeführt werden. Nicht zahlenden Bussen nahmen die Zöllner auch gerne mal eine beachtliche Menge Bier ab, ein schneinbar wirkendes Druckmittel. In der Ukraine musste dann jedenfalls nur noch eine Stunde durch das triste, marode Land geschippert werden, ehe man die klapprigen Straßen von Lemberg erreichte. Auch hier neben einigen schönen Altstadtstraßen wenig, was erwähnenswert geschweige denn schön anzusehen war. Trotz alledem war die Stimmung beim zweiten Durchsehen der Wolle Petry Live DvD auf dem Höhepunkt und alle hatten Bock auf diese Auswärtstour. Gegen 13 Uhr erreichten wir die Innenstadt, in der wir den Bus verließen. Kurz Geld getauscht - aus 10€ mach 300 ukrainische Geldeinheiten, von denen ich am Ende der Tour noch 200 im Geldbeutel trage, soviel vorweggenommen. In der Stadt nahmen wir die erste Kneipe ein und tranken unter verschiedensten Gesängen leckeres 8,5%iges Gesöff, welchem auch noch ukrainisches Essen folgte. Am Ende zahlte jeder einen Beitrag zwischen ungerechnet 1 und 4 € in den Pott und es blieb noch Geld über. Ein günstiges Vergnügen also. So vergingen die Stunden, ehe man sich langsam gen Treffpunkt der Nordkurve orientierte. Ein Kumpel und ich erkundeten noch unliegende Straßen und verpflichten für ungerechnet 2,50€ noch jeder 2 Büchsen Bier sowie jeder eine riesige, leckere und frisch gebackene Pizza. Entsprechend gut gelaunt ging es um 18.30 Ortszeit zum Treffpunkt, von dem man sich zu den Bussen begeben wollte. Ca 1500 Schalker sollen vor Ort gewesen sein, von denen wohl die meisten gemeinsam zum Stadion aufbrachen. Wenn es da nicht ein Problem gegeben hätte - auch 15 Minuten nach der Abfahrtszeit waren weit und breit keine Busse in Sicht und so entschloss man sich kurzerhand, die 8,2km (!!!) zu Fuß zurückzulegen. Im Nachhinein hätten wir wohl alle ein Taxi genommen. Ca 1 Stunde und 50 Minuten dauerte der Marsch in einem Tempo, welches sonst wohl nur von den besten Nordic Walkern unserer Zeit erreicht worden wäre. Dementsprechend ging es mir während des Laufens, ich hatte keine Motivation mehr. 2016 doneszk s04 03Einziger zwischenzeitlicher Antrieb war der Doneszk Mannschaftsbus, der hinter uns auftauchte und einige Minuten nur blau-weiße Fersen und kein Durchkommen zu sehen bekam. Unterstützt von der Polizei versuchte man, die Schalker bei ihrem Vorhaben, den Bus auszubremsen, zu stören, doch ca 25 Minuten behielten wir die Oberhand, ehe der Bus einen Umweg nahm, um es rechtzeitig zum Stadion zu schaffen. Ca 30 Minuten später erreichen dann auch wir unser Ziel, die Lviv Arena, welche zur EM 2012 neu erbaut wurde - ein unspektakulärer Ground mit bunten Sitzen, naja. Schnell bezogen wir unseren Platz im Stadion und waren gespannt auf das Spiel. Fans auf der Gegenseite suchte man vergebens, das gesamte Publikum bestand im Grunde aus nationalistisch angehauchten Ukrainern, die sich mit Flaggen schmückten und entweder "Shaktjor" riefen oder die Nationalhymne anstimmten. Zum Pöbeln waren viele jedoch motiviert und so entstand eine recht nette Stadionatmosphäre bei spannendem Spiel. Im Spiel selbst ging es hin und her, schade, dass wir uns nicht belohnen konnten und die Partie 0-0 endete. Da war sicherlich etwas drin und auch einige Schiedsrichterentscheidungen gingen in Richtung Doneszk.
2016 doneszk s04 04Nach dem Spiel galt es, die obligatorische Blocksperre abzusitzen, ehe wir draußen von unseren Busfahrern abgeholt werden sollten. Problem der Geschichte: Unsere Busfahrer erachteten es nicht für notwendig, wie abgemacht zu erscheinen und kamen erst nach ca 30 kalten Warteminuten und einigen Telefonaten. Selbst die eingesetzte Polizei fuhr eher als wir. Entsprechend waren wir alle genervt, als es wieder in den Bus ging. Dort schnell eine Frikka und einige Bier rein und dann pennen, wenn man konnte. Lange hielt der Schlaf nicht, da nach ca 2 Stunden der erste Zollbeamte im Bus unüberhörbar "Passports!" rief und alle Schlafenden weckte. Diesmal brauchten wir 2,5 Stunden an der Grenze und geduldige Busfahrer, die wieder in den Keller durften. Wir vertrieben uns die Zeit mit einer weiteren Sichtung von "Fußball ist unser Leben" - vielleicht läuft es im zweiten Versuch besser für den Kult-Schalker Hans. Dann gab's nochmal Wolle Petry, während man kurz vor der Deutsch-Polnischen Grenze nochmal den Schalker Kultfilm einwarf. Wer den jetzt nicht auswendig kann, ist selber Schuld. Auf der Rückfahrt floss noch das ein oder andere Bier, bei dem dann schließlich nochmal Wolle geguckt wurde - einfach eine Legende. Getreu nach dem Motto "Augen zu und durch" schafften wir dann auch die letzten Kilometer, ehe man deutschen Boden und kurze Zeit später dann heimische Gefilden erreichte. Insgesamt dauerten 21-stündige Hinfahrt und 19-stündige Rückfahrt also 40 Stunden, die mal wieder so einige Erfahrungen mit sich brachten und in meinen Augen eine anstrengende Reise wert waren. Ich bin immer wieder froh, mit diesem Club und mit entsprechenden Freunden so viel erleben zu dürfen. Gerade für solche Dinge fahren wir doch Woche für Woche gemeinsam zum Fußball - Weil es unser Leben ist.

In diesem Sinne danke ich euch für's Lesen und freue mich, euch schon bald den nächsten Bericht schreiben zu dürfen.

Bis dahin,
Glück Auf

Jannik